Trauernde Kinder


„Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust,

wird es sein, als lachten alle Sterne,

weil ich auf einem von ihnen wohne,

weil ich auf einem von ihnen lache.

Du allein wirst Sterne haben, die lachen können!“

 

Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry

 

Die meisten Menschen haben aus unterschiedlichen Gründen eine Scheu, mit ihren eigenen Kindern über den Tod und das Sterben zu sprechen. Vielen Erwachsenen fällt dies schwer, da sie an die eigene Sterblichkeit erinnert werden, deswegen verdrängen sie lieber dieses Thema. Häufig ist es so, dass sie einen geliebten Menschen verloren und dies nicht richtig verarbeitet haben. Andererseits möchten die Eltern ihre eigenen Kinder beschützen und ihnen damit ihre „heile Welt“ bewahren. Kinder müssen ihre eigenen Erfahrungen machen und sich mit den unangenehmen Sachen des Lebens auseinandersetzen. Selbst die kleinsten und jüngsten werden eines Tages mit dem Sterben konfrontiert, weil jemand aus der Familie stirbt oder weil sie dies aus dem sozialen Umfeld mitbekommen. Sprechen Eltern dann nicht mit ihren Kindern darüber, nehmen Sie ihnen die Möglichkeit dies zu verarbeiten. Mit Kindern sollte man auf anderen Wegen sprechen, als mit Erwachsenen. Meist haben Kinder die Endgültigkeit und die Unvermeidbarkeit des Todes nicht begriffen. Wichtig ist, sensibel für das jeweilige Kind zu sein, wie viel das Kind schon verstehen kann. Ein 3-Jähriges Kind begreift die Welt ganz anders als ein 6-jähriges!

 

Im Alter von 3-6 Jahren ist alles „tot“, was nicht mehr funktioniert. Wenn bei einem Spielzeugauto die Räder weggebrochen sind und dieses nicht mehr fährt, ist es tot. Kindern in diesem Alter fehlt das Verständnis für das Endgültige. Das Auto kann repariert und zum Fahren gebracht werden. Stirbt aber ein Familienmitglied ist das endgültig und das kommt in dem Denken eines Kindes unter 6 Jahren nicht vor.

 

Ein 5-Jähriges Kind, welches nicht anfängt zu weinen, weil der Vater plötzlich verstorben ist, ist nicht „krank“ oder unsensibel. Es zeigt einfach eine altersspezifische völlig normale „Nicht-Reaktion“. Kinder in diesem Alter weinen durch eine „Gefühlsansteckung“- bspw. wenn sie sehen, wie bei dieser Nachricht die Mutter oder die Geschwister etc. weinen - nicht weil sie es verstehen, was der Tod für eine Bedeutung hat. Wenn man mit ihnen auf den Friedhof geht, werden auch 3-6-Jährige keine Befangenheit oder Traurigkeit zeigen. Sie werden aber vielleicht fragen, was die Verstorbenen den ganzen Tag unten drin machen und ob dies nicht irgendwann langweilig werden würde.

 

Kinder ab ca. 6 Jahren fangen an über die Zeit nachzudenken und diese auch einzuschätzen. Sie beginnen ein Verständnis für die „Endgültigkeit“ zu entwickeln, dies heißt aber nicht, dass sie es akzeptieren. Sie verleugnen die Allgemeingültigkeit des Todes. Sterben müssen nur alte oder böse Menschen, wie sie dies aus Kindermärchen oder Geschichten kennen. Alles andere hat in ihrem Denken überhaupt keinen Platz. Das der Tod jederzeit eintreten kann, ist für sie komplett unbegreiflich. Kinder finden die Beschäftigung mit dem Tod unheimlich, gruselig und unerträglich. Die Vorstellung, dass es nach dem Tod nichts mehr gibt, wird durch die Vorstellung vom „Weiterleben“ im Himmel oder Paradies abgelöst.

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